24. März 2020, Ulrike Schäfer

ARBEITEN IN DEN ZEITEN VON CORONA ODER DIE GELEGENHEIT DIGITAL AUFZURÄUMEN

Homeoffice und von zu Hause arbeiten – inzwischen ist dies durch die Corona-Pandemie ein alltägliches Bild für viele Unternehmen. Keiner hätte sich noch Anfang des Jahres 2020 träumen lassen, dass ein Virus unser gesellschaftliches Leben und damit die Wirtschaft einmal so durcheinander bringen könnte. Bis in alle Lebenssituationen hinein spüren wir die Auswirkungen. Das Wirtschaftsleben verändert sich nun auch in diesen Tagen. Anlass genug auch für viele Betriebe nun zu handeln. Homeoffice wird nun für viele Mitarbeiter Pflicht. Digitale Tools, E-Mail, Messenger-Dienste und Videochats machen das möglich. Dabei ist Flexibilität von Unternehmer und Mitarbeiter gefragt. Nutzen Sie diese Phase effektiv für Ihr Online Business zum Aufräumen? Jetzt ist die beste Gelegenheit.

DOCH WAS KANN MAN IM DIGITALEN BUSINESS TUN, WENN DER TERMINKALENDER AUF EINEN SCHLAG LEER IST, WEIL MEETINGS, MESSEN UND TERMINE ABGESAGT WURDEN?

Tief durchatmen und „Carpe Diem“. Digitales Aufräumen ist an dieser Stelle mein Tipp für die aktuelle Situation. Nutzen Sie also eine solche Phase gut, um dann perfekt vorbereitet für die Zeit nach dem Corona-Virus wieder mit Ihrem Business durchzustarten. Egal ob Website, digitale Produktpalette, technische Fehlermeldungen der Google Search Console, bis hin zu Bilddatenbanken und Präsentationsunterlagen – alles kann jetzt überarbeitet und auf den neuesten Stand gepflegt werden. SEO-Pluspunkt: einiges davon wirkt sich auch auf das organische Google-Ranking positiv aus!

In dieser Zeit lassen sich meist überfällige Themen gut mit den Teams bearbeiten – auch vom Homeoffice. Hier meine besten Ideen, um digital aufzuräumen und die Sie wahrscheinlich schon lange auf Ihrer Liste hatten:

1. VERALTETEN CONTENT AUF DER WEBSITE AUSSORTIEREN ODER AKTUALISIEREN.

Weihnachten, Silvester und Valentinstag sind schon lange vorbei. Ein Angebot aus dem Jahr 2018 ist auf der Startseite zu finden? Oder veraltete Ansprechpartner, Telefonnummern oder Öffnungszeiten, die somit ins Leere laufen? Häufiger als man denkt findet sich noch veralteter Content oder Produktangebote auf der eigenen Website. Für SEO ist das schädlich, da alte Inhalte ranken, womit Sie aber kein Geld (mehr) verdienen. Für User häufig nervig, aber auch ein Zeichen, dass das Angebot nicht ausreichend gepflegt wird. Machen Sie also immer mit Ihrer Website einen guten Eindruck bei Ihren Kunden und halten Sie Informationen aktuell.

Gehen Sie daher strukturiert Ihr Content Management System durch, prüfen Sie alle Inhalte, auch das Veröffentlichungsdatum des Beitrags. Häufig lassen sich auch automatische Listen mit entsprechenden Infos ziehen. Wenn Sie ein großes Webangebot haben, teilen Sie sich im Team für einzelne Bereiche auf. Nicht mehr aktuelle Contents sollten entweder auf den neuesten Stand gebracht werden wie beispielsweise Ansprechpartner oder Öffnungszeiten. Inhalte, die nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten entsprechen oder auch Produkte, die es nicht mehr gibt, müssen entsprechend SEO-freundlich entfernt werden.

2. LONGLASTING CONTENT – AUCH DIESE INHALTE BRAUCHEN AKTUALITÄT

Sie verfügen auf Ihrer Website über langlebige Inhalte, die immer wieder bei den Kunden und Nutzern gefragt sind? Das ist hervorragend, um relevanten Content und somit Nutzerströme zu erzielen. Doch Vorsicht: Evergreen-Content, wie er auch genannt wird, bedeutet nicht, dass man diese Inhalte nicht mehr pflegen braucht.

Gerade hier sollten Sie genau schauen, ob die Inhalte noch dem derzeitigen Informationsstand entsprechen. Das betrifft im Zweifel nicht nur redaktionelle Inhalte für Ihr Content Marketing, sondern auch Informationen zu Ihrem Produkt. Vielleicht gibt es neue thematische Entwicklungen, gesetzliche Anpassungen oder wissenschaftliche Studien? Das sind wertvolle Informationen, die Sie in den Artikeln ergänzen sollten. Oder haben sich Bezeichnungen geändert, die sogar Keywordrelevant sind? Gibt es zunehmend Fragen von Nutzern, die Ihr Content bedienen kann, aber diese werden auf der Suchergebnisseite nicht auf den oberen Positionen angezeigt. Manchmal hilft es das Wording des Contents anders zu formulieren.

Aber nicht nur der Text ist relevant, sondern auch die Aktualität der gewählten Bilder sind von Bedeutung. Gerade Bilder, die nicht mehr „up to date“ wirken, sollten mit aussagekräftigeren, zeitgemäßen Bildern ausgetauscht werden. Denken Sie auch dabei das Änderungsdatum des Inhalts anzupassen. Neuerungen in Ihren Website-Inhalten sind nämlich wieder förderlich für ein besseres SEO-Ranking.

3. DIGITALE NUTZERSTRÖME: WIE NUTZEN DIE WEBSITEBESUCHER IHR DIGITALES ANGEBOT?

Eines ist klar: Nutzerströme ändern sich und zwar fast ständig. Daher ist es umso mehr von Bedeutung sich die Struktur genau und in regelmäßigen Abständen anzusehen. Nutzen Sie als jetzt die Gelegenheit sich die Usage Ihrer Website in den letzten Wochen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie wird meine Website genutzt? Welche Bereiche und Inhalte werden häufig oder selten besucht? Sind Inhalte sinnvoll aufgeteilt und untergliedert? Gibt es Bereiche, die gar nicht mehr genutzt werden? Oder kann man bestimmte Bereiche ausschließlich über die Navigation nur noch mit erheblicher Klick-Tiefe auffinden? Wie und wie sinnvoll ist die Verlinkung einzelner Bereiche und Rubriken Ihrer Seite untereinander?

Sie sehen wie wichtig es ist regelmäßig die Nutzungsströme der eigenen Website zu analysieren. Vor allem dann wird eine Strukturänderung des eigenen digitalen Angebotes nötig, wenn Inhalte kaum oder gar nicht mehr genutzt werden oder bestimmte Produktbereiche „verwaist“ sind. Sie können dabei sehr viel von Ihren Websitebesuchern erfahren und was sie suchen und entsprechend auf Ihre Website, aber auch auf Ihr Produktangebot ableiten.

Wichtig ist dabei auch die Betrachtung der Bounce-Rate ihrer Websiteanalyse, also wann ein User die Seite verlassen hat und zu ergründen an welchen Inhalten und Ebenen dies stattfand. War das Angebot zu sehr „versteckt“, sodass der User zu viel klicken musste oder gar deswegen die Seite verlassen hat? Versetzen Sie sich immer in die Lage des Nutzers, der schnell die gewünschte Information oder das gewünschte Produkt sehen will.

Führen Sie Ihre Websitebesucher mit so wenig Klicks wie möglich auf den gewünschten Inhalt oder zum Produkt. Denn je schneller ein User zum gesuchten Produkt und damit seine Bedarfssituation erfüllt wird, desto mehr Abverkauf und Umsatz bedeutet das für Ihr Unternehmen. Daher empfehle ich in regelmäßigen Zyklen die Websitenutzung und Struktur zu analysieren und aufzuräumen. Gute Zeitpunkte sind hier außerdem wichtige saisonale Verkaufsaktionen oder Events wie beispielsweise „Sale“, „Black Friday“, „Weihnachten“ etc. Lernen Sie aus dem Verhalten Ihrer Nutzer für die nächsten Aktionen und steigern Sie somit Ihren digitalen Umsatz.

4. FEHLERSUCHE, 404-Seiten, Java-Script-Overload, Keywords, Websiteperformance & Co.

Jetzt geht es ans Eingemachte, wo Sie Ihre Techniker brauchen. Gerade umfangreiche Websites werden oftmals mit der Zeit zu einem technischen Flickenteppich. Da benötigt das Produktmanagement ein neues technisches Feature, der Product Owner wünscht eine Veränderung in einem Unterbereich oder Marketing braucht bestimmte Trackings in der Website hinterlegt. Die Technik setzt alles selbstverständlich um, damit Neuerungen und dazugehörige Vertriebsmaßnahmen und Werbeschaltungen schnell online gehen.

Doch oftmals können diese technischen Veränderungen Fehler in der Website produzieren, die erst viel zu spät oder nur durch Zufall ans Tageslicht kommen. Häufig stelle ich fest, dass in Unternehmen zu selten dafür beispielsweise die Google Search Console herangezogen wird, um solche Probleme und Fehler ausfindig zu machen und zu beheben. Aus meiner Sicht ist die Google Search Console ein hervorragendes Tool, denn hier zeigt Google dem Websitebetreiber genau, wo es knirscht und hakt. Als weitere wichtige Information findet man die Top Keywords. Die Google Search Console gibt die Top Keywords aus, die in Zusammenhang mit der eigenen Seite zur entsprechenden Rankingposition in der Google-Suche geführt haben. Nutzen Sie daher unbedingt Google Search Console bei Ihrer Aufräumaktion.

Google Lighthouse gibt Vorschläge zur kundenfreundlichen Optimierung Ihrer Website

Außerdem ist das kostenlose Entwicklertool „Google Lighthouse“ über den Chrome-Browser unabdingbar, wenn es um die genaue Analyse der Performance, den optimalen Zugang und möglichst kurze Seitenladezeiten Ihrer Website geht. Diese technischen Probleme beschränken in erster Linie wieder die Benutzerfreundlichkeit und damit den Erfolg Ihrer Seite bei den Kunden. Denn User nutzen Webinhalte inzwischen mit teilweise über 50 – 80 % über ihr Smartphone. Eine userfreundliche Bedienbarkeit Ihrer Webseite muss daher auch für Smartphones gewährleistet werden, um die Besucher von Ihrem Unternehmen zu überzeugen. Und raten Sie mal: Google stellt die „Nutzerfreundlichkeit“ als einen der wichtigsten Faktoren für gutes Google-Ranking in den Vordergrund. Nutzerfreundlichkeit umfasst dabei nicht nur Bedienbarkeit, Lesbarkeit, Struktur, geringe Clicktiefe, sondern auch PageSpeed, also wie schnell Ihre Website lädt. Werden diese Aspekte auf einer Website nicht beachtet, beeinflusst dies das SEO-Ranking negativ. Das bedeutet letztlich weniger organischer Traffic und Zugriffe interessierter Nutzer auf diese Website.

Daher stellt Lighthouse alle auftretenden Probleme mit entsprechender Gewichtung und den empfohlenen Maßnahmen in den Analysen für die jeweilige URL zur Verfügung. Man muss dazu sagen, dass Google Lighthouse in manchen Bereichen recht empfindlich reagiert. Nichts desto trotz sind einige Vorschläge von Lighthouse durchaus beachtenswert. Analysieren Sie daher die Ergebnisse auf Relevanz beziehungsweise Wichtigkeit. Manche Vorschläge sind teilweise schnell umsetzbar, andere brauchen entsprechende Planung für eine korrekte technische Optimierung. Planen Sie mit Ihrem IT-Team wie die Optimierungen im täglichen Business umgesetzt werden können. Denn damit haben Sie und Ihre Techniker einen übersichtlichen Maßnahmenplan, um Ihr digitales Angebot wieder optimal für Ihre interessierten Nutzer und Kunden zur Verfügung zu stellen.

Langsame Websites können teuer werden

Doch was, wenn lange Seitenladezeiten ein großes Problem für Ihr Unternehmen sind? Denn gerade im eCommerce-Umfeld können zwei oder drei Sekunden längere Wartezeit im Seitenaufbau über „Kauf“ oder „Nicht-Kauf“ entscheiden oder gar eine Abwanderung des Users zum schnelleren Wettbewerber bedeuten. Das bedeutet im Klartext: Umsatzverlust für Ihr Online Business. Die Seitenladezeit ist daher ein wichtiger Indikator, wenn Sie Ihren Umsatz steigern wollen. Auch dafür sind technische Maßnahmen und Optimierungen wie HTML-, Java-Script- und CSS-Komprimierungen ratsam. Aber was tun, wenn man schnell und unkompliziert seine Webseite beschleunigen will? Mein Tipp: Dafür gibt es inzwischen die intelligente, technische Lösung „Speed-Kit“, eine Art „Fastlane“, die innerhalb weniger Tagen einsatzbereit ist. Speed Kit bietet derzeit nur die Hamburger Firma „Baqend“ an. Seiten können dann mit wenig technischen Aufwand teilweise bis um das Dreifache und mehr beschleunigt werden. In Zeiten von Conversions ist das einer der wichtigsten Faktoren im eCommerce, aber auch Digital Publishing für optimale Kundenbindung und Umsatzoptimierung.

5. PDF-DOWNLOADS UND INFORMATIONEN: WIE ALT SIND IHRE UNTERLAGEN?

Gerade der Bereich für kostenlose Informations-Downloads ist für die Neukundengewinnung wichtig – nicht nur im B2B Umfeld. Daher sollten Sie Ihre PDF-Downloads mit exklusiven Inhalten oder spezielle Verkaufsunterlagen, die Sie auf Ihrer Website für interessierte Kunden zur Verfügung stellen, ebenfalls regelmäßig prüfen. Informationen, Inhalte oder gar Studien, die bereits älter als 3 Jahre sind, haben häufig nur noch wenig Relevanz. Gerade im digitalen Umfeld verändert sich Vieles in wenigen Jahren.

Alte oder veraltete Informationen bieten schlichtweg keinen Mehrwert für potentielle Kunden und können im Zweifel sogar abschreckend wirken. Schließlich suchen Kunden immer den Anbieter, der mit seinem Angebot auf dem neuesten Stand ist, um ihr Problem optimal zu lösen.

Prüfen Sie unbedingt auch, welche Informationen und Broschüren Ihre Kollegen im Verkauf einsetzen. Gibt es hier auch veraltete Unterlagen, vielleicht sogar in unterschiedlichen Layouts oder mit differierenden Informationen? Fehlen dort digitale Broschüren oder arbeitet Ihr Vertrieb mit komplett anderen Unterlagen? Ein einheitlicher, aktueller Stand Ihres Informationsangebotes ist nach außen hin, also in der Unternehmenswahrnehmung, aber auch in der Kundenansprache und Kundenbindung das A und O. Es spiegelt ihr professionelles, kompetentes Auftreten wider.

Denn wie Sie sich mit Ihrem Webauftritt und Ihren Informationen präsentieren, so werden Sie von Ihren (potentiellen) Kunden wahrgenommen. Oder wie heißt es so schön: „You never get a second chance to make a first impression.

FAZIT AUS DER CORONA KRISE FÜR IHR DIGITALES BUSINESS: CARPE DIEM

Nutzen Sie die aktuelle Situation mit Ihrem Team und Ihren Kollegen. Denn digitales Aufräumen bereitet Ihr digitales Business nicht nur auf die Zeit nach „Corona“ optimal vor. Außerdem fördert dies gerade in solchen Zeiten den Zusammenhalt, das WIR-Gefühl im Team, die jetzt nur via E-Mail, Messenger, Videocalls oder Telefonanrufe miteinander kommunizieren können. Aufräumen und Aussortieren befreit – nicht nur im eigenen Haushalt, sondern auch im digitalen Bereich. Meine Erfahrung zeigt außerdem, dass solche Aufräumaktionen sogar den meisten Mitarbeitern richtig Spaß machen, da der Erfolg danach sich schnell darstellt. Selbstverständlich können Sie solche Maßnahmen beispielsweise auch auf Ihre Social Media Präsenzen und vergleichbare Bereiche umsetzen.

Am besten führen Sie solche Aufräumaktionen in regelmäßigen Abständen durch. Setzen Sie sich und Ihrem Team feste Termine dazu. Gerade Unternehmen mit saisonalen Umsatzverläufen können dies entsprechend gut einplanen und optimal nutzen. Denn so können Sie Ihr Unternehmen auf die kommenden, verkaufsstarken Zeiten perfekt vorbereiten, um sich dann auf das eigentliche Business wieder zu konzentrieren.

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Und falls nun all diese Tipps doch zu viel auf einmal waren und Sie personelle Unterstützung bei der Umsetzung oder in Ihrem digitalen Business benötigen oder auch eine digital erfahrene Kompetenz, welche die Fäden in Ihrem Online-Projekt zusammenhält, dann bin ich für Sie da. Sprechen Sie mich gerne an oder nutzen Sie die Kontaktseite.

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ULRIKE SCHÄFER
Online Marketing – iMom


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